Rückblick Führungsanlass «Führung im Einsatz»

Wohl auch so mancher Offizier muss kurz einen Blick auf die Karte werfen, wenn er den genauen Standort von Mali wissen will. Wenn es dann um die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung geht, braucht man schon fast eine wissenschaftliche Abhandlung.

In diesem komplexen Umfeld bewegt sich die UNO-Mission MINUSMA. Ziel der Friedensmission ist die Stabilisierung des Landes, insbesondere des Nordens, nach der Vertreibung der Al-Qaida Kämpfer durch die französischen Streitkräfte.

Neben vielen anderen, ist auch Deutschland mit einem grossen Kontingent an der Mission beteiligt. 2017 war Hauptmann Michael Klass als “QRF-Zugführer” (Quick Reaction Force) in der Wüste im Einsatz. Am 25. Mai dieses Jahres hat er uns in Baden besucht und uns an seinen Erlebnissen teilhaben lassen. Weiterlesen

Einladung zum Pistolenwettschiessen & Grillplausch

Der Vorstand der Offiziersgesellschaft Baden freut sich, Euch zum diesjährigen Pistolenwettschiessen mit anschliessendem Grillplausch einladen zu dürfen.

Datum: Samstag, 16. Mai 2015
Zeit: 13:45 – 18:00 Uhr
Ort: Schützenhaus Neuenhof

Wettschiessen: 14:00 – 16:00 Uhr
Ausrüstung: Ordonnanzpistole, Putzzeug und Gehörschutz
Schiessprogramm: Obligatorisches Programm (5 Schuss ohne Zeitlimite, 5 in 50′, 5 in 40′, 5 in 30′)

Kosten
Der Grillplausch ist für alle kostenlos.
Das Wettschiessen ist für Mitglieder sowie eine Begleitperson kostenlos. Rahmentreffer werden jedoch wie üblich mit Fr. 5.- belastet!
Jede weitere Begleitperson, die am Schiessen teilnimmt, sowie zusätzliche Schiessdurchgänge kosten je Fr. 10.-

Besonderes: Die Zufahrt zum Schützenhaus führt durch eine Wohnsiedlung, wir bitten deshalb um rücksichtsvolle Fahrweise.

Anmeldung: Aus logistischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis am 5. Mai 2015 via Kontaktformular

Der Vorstand freut sich auf ein zahlreiches Erscheinen.

Mit kameradschaftlichen Grüssen
Oblt Florian Widmer

Rückblick Sportanlass 2014: Kart-Fahren

Getreu dem Sportanlass-Motto “Klein, aber fein” trafen sich acht Mitglieder der OG Baden mit zwei Begleiterinnen zum Kartfahren in der Kartbahn Spreitenbach.

Nach einer kurzen Instruktion konnten wir uns im Trainingslauf mit unseren Karts und der Strecke vertraut machen. Der Trainingslauf wurde eifrig genutzt, um die Physik der Karts auszutesten. Es zeigte sich schnell, dass Bremsen nur an zwei Schlüsselstellen auf der Bahn notwendig war!

Im anschliessenden Qualifikationslauf konnte man sich als einer der sechs Zeitschnellsten für den Finallauf qualifizieren.

Wie immer bei Wettkämpfen soll natürlich auch die Rangliste des Finallaufs nicht fehlen
(jeweils mit schnellster Rundenzeit):

  1. Hptm Peter Friedli, 24.206 s
  2. Hptm Florian Häfliger, 24.836 s
  3. Oblt Andri Halter, 25.296 s

Anschliessend an das Rennen liessen die Teilnehmer die Rennen bei einem gemütlichen Grillieren Revue passieren.

Teilnehmer Kartfahren 2014

Teilnehmer Kartfahren 2014

Gripen: eine Beschaffung mit Augenmass

Die Beschaffung der Gripen-Kampfflugzeuge war am 5.April Thema einer gut besuchten Veranstaltung der aargauischen Offiziersgesellschaft an der Berufsschule Aarau. Nationalrätin Corina Eichenberger und Nationalrat Geri Müller diskutierten engagiert mit Luftfahrt- und Militärexperten und dem Publikum. Man erfuhr, dass jährlich mehrere Hundert Luftpolizei-Einsätze nötig sind und fragte sich: Wie sollen wir in einer Krise ohne Gripen auskommen? Am 18. Mai stimmen wir über die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfflugzeuge für 3,126 Mia. Fr. ab – eine Frage mit weitreichenden Konsequenzen für die Sicherheit der Schweiz.

Rund 6‘000 Flugbewegungen täglich: Fritz Messerli, Ausbildungschef der Schweizer Luftraumüberwachung Skyguide, zeigte die Dimensionen des Schweizer Luftraums auf, der so intensiv genutzt wird wie kaum ein anderer Luftraum in Europa. Wenn zivile Verkehrsflugzeuge mit bis zu 1000 km/h fliegen, dann braucht die Luftpolizei Kampfflugzeuge: „Das ist einfach Physik“, meinte Messerli, selber Linienpilot und Milizoffizier. Wie jeder souveräne Staat ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, ihre Lufthoheit mit leistungsfähigen Mitteln zu wahren. Für ein neutrales Land ist dies gerade in Krisen eine besondere Herausforderung.

Mehrere Hundert Luftpolizei-Einsätze gibt es jährlich in der Schweiz, bei denen Kampfflugzeugen eingesetzt werden: Weil überprüft werden muss, ob ein Radarsignal auch tatsächlich dem angemeldeten Flugzeug entspricht, weil der Funkkontakt verloren geht, Flugzeuge von ihrer Flugroute abweichen oder sonst in Schwierigkeiten geraten sind. Die Radars der Schweiz sehen weit genug, um alles nötige zu erkennen, doch es braucht auch genügend Mittel, um im Luftraum zu intervenieren. Anhand aktueller Beispiele führte Messerli vor Augen, wie wenig es braucht, bis ein Flugzeug aufgrund technischer Probleme oder menschlichen Versagens in ernste Schwierigkeiten gerät.

von links nach rechts: Stefan Ulrich (Moderator, Radio SRF, Regi AG/SO), Fritz Messerli, Corina Eichenberger, Geri Müller, Oberst i Gst Peter Bruns, Div Hans-Peter Walser

von links nach rechts: Stefan Ulrich (Moderator, Radio SRF, Regi AG/SO), Fritz Messerli, NR Corina Eichenberger, NR Geri Müller, Oberst i Gst Peter Bruns, Div Hans-Peter Walser

Die 54 Tiger-Kampfflugzeuge stehen seit vierzig Jahren im Einsatz und eignen sich aufgrund ihres veralteten Radars nicht mehr für Luftpolizeieinsätze. Das zeigte Oberst im Generalstab Peter Bruns auf, Berufsmilitärpilot und Chef der Operationszentrale der Luftwaffe. Wenn Staaten uns Occasions-Tiger abkaufen wollten, dann suchten diese billige Trainingsflugzeuge, keine Kampfflugzeuge. Bruns zeigte auch die Vorteile des Gripen auf. Es sind dies seine Fähigkeit zum Datenaustausch, sein Radar und seine Meteor-Lenkwaffen, die sogar leistungsfähiger sind als diejenigen des F/A-18. Zudem ist der Gripen günstiger im Unterhalt. Unter dem Strich bringen 60% mehr Flugzeuge der Luftwaffe 100% mehr Leistung.

„Wir wissen nicht, was morgen ist“

Kampfflugzeuge kann man nicht einfach einsatzbereit kaufen. Die Zeitverhältnisse zeigte Divisionär Hans-Peter Walser auf. Der Chef des Armeestabes ist verantwortlich für die Rüstungsprogramme. Das Projekt „neues Kampfflugzeug“ startete 2003, aber erst im Rüstungsprogramm 2012 wurde der Gripen vorgeschlagen, über den wir 2014 abstimmen. Für den Einsatz bereit würden die Gripen-Staffeln im Jahr 2022 – also fast zwanzig Jahre nach Projektstart. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass wir Flugzeuge in Friedenszeiten beschaffen sollten, nicht erst wenn Wolken am Himmel aufziehen. „Sicherheit ist eine langfristige Investition und wir wissen nicht, was morgen ist“, meinte Walser und verwies darauf, dass die Grundausbildung eines Kampfpiloten mehr als sechs Jahre Zeit beansprucht.

AOG Präsident, Dieter Wicki SOG Vizepräsident Marcus B. Graf Grossratspräsident Thierry Burkart Fritz Messerli, Skyguide Oberst i Gst Peter Bruns Div Hans-Peter Walser Moderator Stefan Ulrich Blick in das Plenum

Diskutiert wurden die Alternativen zum Kauf der Gripen-Kampfflugzeuge: Kooperation mit anderen Ländern ist in der normalen Lage möglich und wird bereits praktiziert (dazu bestehen Abkommen mit allen Nachbarstaaten). In der Krise jedoch ist diese Zusammenarbeit für ein neutrales Land wie die Schweiz zum Teil problematisch, gehören doch drei unserer Nachbarstaaten zum NATO-Bündnis. Helikopter oder Propellerflugzeuge wären für den Luftpolizeidienst zu langsam und könnten nicht hoch genug fliegen, auch Drohnen können diese Aufgabe nicht übernehmen. Occasions-F/A-18 hätte man gerne gekauft, doch kein Staat will solche verkaufen. Eine wirkungsvolle Fliegerabwehr ist in einem Kriegsfall wichtig, aber kein taugliches Mittel für die Luftpolizei in der Krise: Man kann ja nicht einfach jedes verirrte Passagierflugzeug abschiessen.

Für und wider

Auf die sicherheitspolitischen Dimensionen der Gripen-Beschaffung verwiesen Grossratspräsident Thierry Burkart und Oberst im Generalstab Marcus Graf in ihren Grussworten. Graf ist Vizepräsident der schweizerischen Offiziersgesellschaft. Die lebhafte Diskussion wurde von Stefan Ulrich moderiert, Redaktor des Regionaljournals Aargau / Solothurn von Radio SRF. Es geht um die kontinuierliche Erneuerung der Luftwaffe, betonte Nationalrätin Corina Eichenberger. Auch finanzpolitisch spreche nichts gegen den Gripen. Nationalrätin Eichenberger rechnete vor, dass der Gripen-Kauf pro Einwohner und Jahr während zehn Jahren gerade einmal vier Franken koste. Divisionär Walser betonte, dass im ordentlichen Armeebudget Anschaffung (3,126 Mia.Fr.) und Betrieb (100 Mio. Fr. / Jahr) des Gripen eingeplant seien.

Für Nationalrat Geri Müller sind die Prioritäten falsch gesetzt: Eine gute Cyber-Abwehr sei wichtiger als Kampfflugzeuge. Überraschenderweise entkräftete er selber den Vorwurf, der Gripen sei ein Papierflieger: Es sei klug, bei einer so komplexen Beschaffung die technologische Weiterentwicklung zu berücksichtigen und nicht einfach die Technologie zum Zeitpunkt der Evaluation zu beschaffen.

Bereits vor dem Apéro war man sich einig, dass es bei der Gripen-Beschaffung nicht um die Fähigkeit geht, dass die Schweiz über längere Zeit autonom Krieg führen könnte, sonder dass Luftpolizeialltag und Krisenfall im Vordergrund stehen. Der Gripen ist eine Beschaffung mit Augenmass, meinte Walser.

Am 5. April in Aarau: Kampfflugzeug Gripen – wozu?

Wir laden alle interessierten Personen ein, am Samstag, 5. April 2014, 09.00 – ca. 13.00 Uhr, sich an der Berufsschule Aarau über den Gripen informieren zu lassen. Die AOG lädt dazu zu einer öffentlichen Gripen-Informationsveranstaltung ein.

Divisionär Hans-Peter Walser (Chef Armeestab) und Oberst i Gst Peter Bruns stehen Red und Antwort, Nationalrätin Corina Eichenberger und Nationalrat Geri Müller diskutieren pro und contra – informieren Sie sich vor Ort und diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns auf einen Grossaufmarsch der Aargauer Offiziere!