Stabwechsel von Oberst zu Oberst in der Aargauer Offiziersgesellschaft

Die Aargauer Offiziere diskutierten an ihrer Generalversammlung com 20. Juni 2015 in Aarau die Zukunft der Schweizer Armee und ihre eigene Rolle. Die Stadt Aarau und die Offiziersgesellschaft stimmen überein, wie es mit der Kaserne Aarau weitergehen soll. „Die SVP ist nicht zufrieden mit der Taube in der Hand, sie will den Pfau auf dem Dach“, so kommentierte der Präsident der Aargauer Offiziere, Oberst im Generalstab Dieter Wicki, das Resultat des Nationalrats. An der Generalversammlung der Aargauischen Offiziersgesellschaft vom Samstag, 20. Juni 2015 in Aarau gab die parlamentarische Beratung der WEA viel zu reden. Die aargauische Offiziersgesellschaft bekennt sich klar zur Weiterentwicklung der Armee (WEA), die der Nationalrat in der Sommersession abgelehnt hat. Weiterlesen

Gripen: eine Beschaffung mit Augenmass

Die Beschaffung der Gripen-Kampfflugzeuge war am 5.April Thema einer gut besuchten Veranstaltung der aargauischen Offiziersgesellschaft an der Berufsschule Aarau. Nationalrätin Corina Eichenberger und Nationalrat Geri Müller diskutierten engagiert mit Luftfahrt- und Militärexperten und dem Publikum. Man erfuhr, dass jährlich mehrere Hundert Luftpolizei-Einsätze nötig sind und fragte sich: Wie sollen wir in einer Krise ohne Gripen auskommen? Am 18. Mai stimmen wir über die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfflugzeuge für 3,126 Mia. Fr. ab – eine Frage mit weitreichenden Konsequenzen für die Sicherheit der Schweiz.

Rund 6‘000 Flugbewegungen täglich: Fritz Messerli, Ausbildungschef der Schweizer Luftraumüberwachung Skyguide, zeigte die Dimensionen des Schweizer Luftraums auf, der so intensiv genutzt wird wie kaum ein anderer Luftraum in Europa. Wenn zivile Verkehrsflugzeuge mit bis zu 1000 km/h fliegen, dann braucht die Luftpolizei Kampfflugzeuge: „Das ist einfach Physik“, meinte Messerli, selber Linienpilot und Milizoffizier. Wie jeder souveräne Staat ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, ihre Lufthoheit mit leistungsfähigen Mitteln zu wahren. Für ein neutrales Land ist dies gerade in Krisen eine besondere Herausforderung.

Mehrere Hundert Luftpolizei-Einsätze gibt es jährlich in der Schweiz, bei denen Kampfflugzeugen eingesetzt werden: Weil überprüft werden muss, ob ein Radarsignal auch tatsächlich dem angemeldeten Flugzeug entspricht, weil der Funkkontakt verloren geht, Flugzeuge von ihrer Flugroute abweichen oder sonst in Schwierigkeiten geraten sind. Die Radars der Schweiz sehen weit genug, um alles nötige zu erkennen, doch es braucht auch genügend Mittel, um im Luftraum zu intervenieren. Anhand aktueller Beispiele führte Messerli vor Augen, wie wenig es braucht, bis ein Flugzeug aufgrund technischer Probleme oder menschlichen Versagens in ernste Schwierigkeiten gerät.

von links nach rechts: Stefan Ulrich (Moderator, Radio SRF, Regi AG/SO), Fritz Messerli, Corina Eichenberger, Geri Müller, Oberst i Gst Peter Bruns, Div Hans-Peter Walser

von links nach rechts: Stefan Ulrich (Moderator, Radio SRF, Regi AG/SO), Fritz Messerli, NR Corina Eichenberger, NR Geri Müller, Oberst i Gst Peter Bruns, Div Hans-Peter Walser

Die 54 Tiger-Kampfflugzeuge stehen seit vierzig Jahren im Einsatz und eignen sich aufgrund ihres veralteten Radars nicht mehr für Luftpolizeieinsätze. Das zeigte Oberst im Generalstab Peter Bruns auf, Berufsmilitärpilot und Chef der Operationszentrale der Luftwaffe. Wenn Staaten uns Occasions-Tiger abkaufen wollten, dann suchten diese billige Trainingsflugzeuge, keine Kampfflugzeuge. Bruns zeigte auch die Vorteile des Gripen auf. Es sind dies seine Fähigkeit zum Datenaustausch, sein Radar und seine Meteor-Lenkwaffen, die sogar leistungsfähiger sind als diejenigen des F/A-18. Zudem ist der Gripen günstiger im Unterhalt. Unter dem Strich bringen 60% mehr Flugzeuge der Luftwaffe 100% mehr Leistung.

„Wir wissen nicht, was morgen ist“

Kampfflugzeuge kann man nicht einfach einsatzbereit kaufen. Die Zeitverhältnisse zeigte Divisionär Hans-Peter Walser auf. Der Chef des Armeestabes ist verantwortlich für die Rüstungsprogramme. Das Projekt „neues Kampfflugzeug“ startete 2003, aber erst im Rüstungsprogramm 2012 wurde der Gripen vorgeschlagen, über den wir 2014 abstimmen. Für den Einsatz bereit würden die Gripen-Staffeln im Jahr 2022 – also fast zwanzig Jahre nach Projektstart. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass wir Flugzeuge in Friedenszeiten beschaffen sollten, nicht erst wenn Wolken am Himmel aufziehen. „Sicherheit ist eine langfristige Investition und wir wissen nicht, was morgen ist“, meinte Walser und verwies darauf, dass die Grundausbildung eines Kampfpiloten mehr als sechs Jahre Zeit beansprucht.

AOG Präsident, Dieter Wicki SOG Vizepräsident Marcus B. Graf Grossratspräsident Thierry Burkart Fritz Messerli, Skyguide Oberst i Gst Peter Bruns Div Hans-Peter Walser Moderator Stefan Ulrich Blick in das Plenum

Diskutiert wurden die Alternativen zum Kauf der Gripen-Kampfflugzeuge: Kooperation mit anderen Ländern ist in der normalen Lage möglich und wird bereits praktiziert (dazu bestehen Abkommen mit allen Nachbarstaaten). In der Krise jedoch ist diese Zusammenarbeit für ein neutrales Land wie die Schweiz zum Teil problematisch, gehören doch drei unserer Nachbarstaaten zum NATO-Bündnis. Helikopter oder Propellerflugzeuge wären für den Luftpolizeidienst zu langsam und könnten nicht hoch genug fliegen, auch Drohnen können diese Aufgabe nicht übernehmen. Occasions-F/A-18 hätte man gerne gekauft, doch kein Staat will solche verkaufen. Eine wirkungsvolle Fliegerabwehr ist in einem Kriegsfall wichtig, aber kein taugliches Mittel für die Luftpolizei in der Krise: Man kann ja nicht einfach jedes verirrte Passagierflugzeug abschiessen.

Für und wider

Auf die sicherheitspolitischen Dimensionen der Gripen-Beschaffung verwiesen Grossratspräsident Thierry Burkart und Oberst im Generalstab Marcus Graf in ihren Grussworten. Graf ist Vizepräsident der schweizerischen Offiziersgesellschaft. Die lebhafte Diskussion wurde von Stefan Ulrich moderiert, Redaktor des Regionaljournals Aargau / Solothurn von Radio SRF. Es geht um die kontinuierliche Erneuerung der Luftwaffe, betonte Nationalrätin Corina Eichenberger. Auch finanzpolitisch spreche nichts gegen den Gripen. Nationalrätin Eichenberger rechnete vor, dass der Gripen-Kauf pro Einwohner und Jahr während zehn Jahren gerade einmal vier Franken koste. Divisionär Walser betonte, dass im ordentlichen Armeebudget Anschaffung (3,126 Mia.Fr.) und Betrieb (100 Mio. Fr. / Jahr) des Gripen eingeplant seien.

Für Nationalrat Geri Müller sind die Prioritäten falsch gesetzt: Eine gute Cyber-Abwehr sei wichtiger als Kampfflugzeuge. Überraschenderweise entkräftete er selber den Vorwurf, der Gripen sei ein Papierflieger: Es sei klug, bei einer so komplexen Beschaffung die technologische Weiterentwicklung zu berücksichtigen und nicht einfach die Technologie zum Zeitpunkt der Evaluation zu beschaffen.

Bereits vor dem Apéro war man sich einig, dass es bei der Gripen-Beschaffung nicht um die Fähigkeit geht, dass die Schweiz über längere Zeit autonom Krieg führen könnte, sonder dass Luftpolizeialltag und Krisenfall im Vordergrund stehen. Der Gripen ist eine Beschaffung mit Augenmass, meinte Walser.

Am 5. April in Aarau: Kampfflugzeug Gripen – wozu?

Wir laden alle interessierten Personen ein, am Samstag, 5. April 2014, 09.00 – ca. 13.00 Uhr, sich an der Berufsschule Aarau über den Gripen informieren zu lassen. Die AOG lädt dazu zu einer öffentlichen Gripen-Informationsveranstaltung ein.

Divisionär Hans-Peter Walser (Chef Armeestab) und Oberst i Gst Peter Bruns stehen Red und Antwort, Nationalrätin Corina Eichenberger und Nationalrat Geri Müller diskutieren pro und contra – informieren Sie sich vor Ort und diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns auf einen Grossaufmarsch der Aargauer Offiziere!

OG Brugg: Referat des Direktors des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB): “Was bedroht die Schweiz?”

Zusammen mit meinem Vorstand ist es mir eine grosse Freude, Sie zum Neujahrsapéro der OG Brugg einladen zu dürfen. Zum ersten Mal darf die OG Brugg einen Anlass unter dem Patronat der AOG durchführen, was uns ehrt und gleichzeitig verpflichtet. Wir wollen Ihnen dabei in zweifacher Hinsicht einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen bieten.

Zuerst wird uns Herr Christoph BaderProjektleiter des Kantons für das Campus-Projekt, an Ort und Stelle aufzeigen, wie dieses riesige Projekt politisch aufgegleist und baulich bis zum jetzigen Zustand geführt wurde. Im Anschluss wird er uns anhand einer kurzen Begehung exklusive Einblicke und Erläuterungen zum Campus-Areal Brugg/Windisch geben.

Dann haben wir die Ehre, mit Dr. Markus Seiler, den höchsten Vertreter des Nachrichtendienstes des Bundes bei uns zu haben. Dr. Markus Seiler wird unter dem Titel „Was bedroht die Schweiz?“ zu den Aufgaben und Herausforderungen des Nachrichtendienstes referieren und dabei auch eine globale Lagebeurteilung vornehmen.

Alle Details gibt es auf der Seite der AOG.

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Rückblick Präsidentenkonferenz vom 30. Oktober 2012 in Brugg

Hauptthema der Präsidentenkonferenz der aargauischen Offiziersgesellschaft war der Abstimmungskampf gegen die Anti-Wehrpflicht-Initiative. Die AOG ist entschlossen, den Kampf gegen diese Initiative zu führen, die einen Grundpfeiler des schweizerischen Selbstverständnisses zerstören will. Die Initiative kommt zwar voraussichtlich erst am 22. September 2013 zur Abstimmung, es gilt aber bereits jetzt die Positionen zu klären, die Reihen zu schliessen und sich mit gleichgesinnten Organisationen abzusprechen. Dazu wurde ein Grobkonzept verabschiedet. Ziel ist es, die Planungen im Januar 2013 abzuschliessen, damit die Sektionen ihre Konzepte dann an ihrer GV 2013 präsentieren können.

Die Präsidentenkonferenz hat auch Ziele und Positionen der AOG gegenüber der schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) verabschiedet (separater Eintrag folgt, sobald diese der SOG übermittelt wurden) und personelle Weichenstellungen vorgenommen, damit die Aargauer Offiziere auf der Ebene der SOG besser vertreten sind. Sobald wie möglich soll je ein Aargauer Offizier in den SOG-Vorstand und in den Stiftungsrat der neuen Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee gewählt werden.

Ein Workshop war dem Thema “Dialog zwischen den Generationen in der OG” gewidmet. Einigen Sektionen bereitet Mühe, dass die älteren Kameraden oft unter sich bleiben und die jüngeren ebenfalls. So wird das Potenzial des Erfahrungsaustausches zu wenig genutzt. Eine Ausnahme stellt die OG Lenzburg mit ihrem kameradschaftlichen Geist dar.

Folgende Ansätze wurden diskutiert: Anlässe mit aktivem Erlebnischarakter für alle Generationen; Dialog mit Opinion-Leaders in den Sektionen; Einbezug aller Generationen im Vorstand; Pflege von Traditionen; Gestaltung von Ankeranlässen, die über mehrere Jahre wiedererkannt werden (gutes Beispiel für einen solchen Anlass ist der “Schinznacher Bummel” der OG Lenzburg – jedes Jahr an einem Samstag Anfang Dezember).

Mit solchen Workshops soll der Erfahrungsaustausch zwischen den Sektionen gefördert werden. Alle Mitglieder sind aufgerufen, den Dialog mit jüngeren und älteren zu pflegen. Einige Mitglieder engagieren sich bereits – Euch besten Dank!